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Erläuterungen der wichtigsten logopädischen/sprachtherapeutischen Fachbegriffe.
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AAT
Aachener Aphasie Test
Abduktionsstellung
Öffnungsstellung der
Glottis (Stimmritze) während der Ruheatmung
Abknall
Ventiltönchen
Ableitungsmethode
Lautanbildungsmethode, bei der fehlerhaft gebildete oder nicht vorhandene Laute von artikulatorisch benachbarten Lauten abgeleitet werden z.B. kann das R aus dem Rachen-CH abgeleitet werden
ABI
Auditory Brainstem Implant
Absencen
(frz.) Abwesenheit, Bewusstseinsstörung z.T. über mehrere Sekunden z.B. bei Epilepsie
addental
an den Zähnen liegend
Adduktionsstellung
Verschluss der
Glottis (Stimmritze) beim Husten oder Stimmproduktion
Adenoide
Rachenmandeln, »Polypen«
Adenotomie
chirurgische Entfernung der Rachenmandeln
Adiadochokinese
Unfähigkeit, gegensätzliche Bewegungen schnell nacheinander auszuführen
ADST
Allgemeiner Deutscher Sprachtest
Ätiologie
die Lehre der Ursachen von Krankheiten
afferent
zum Zentralnervensystem hinführend, im Gegensatz zu efferent
Agnosie
Unfähigkeit, bei intakten Sinnesorganen Sinneswahrnehmungen zu erkennen und zu unterscheiden
Agnosie, auditive
Unfähigkeit, Geräusche und Laute zu erkennen und zu unterscheiden
Agrammatismus
schwerste Form des
Dysgrammatismus; schwere Beeinträchtigung der Produktion grammatischer Strukturen, Beschränkung auf Ein-Wort-Äußerungen oder »Telegramm-Stil«, Gesagtes kann vom Gesprächspartner häufig nur über Mimik, Gestik oder Tonfall erschlossen werden
Agraphie, Dysgraphie
Unfähigkeit zu schreiben infolge einer
Aphasie
Akalkulie
Störungen der Rechenfähigkeit bei Hirnschädigungen im Rahmen einer
Aphasie
Akinesie
auch Akinese, Bewegungshemmung z.B. bei Morbus Parkinson
Aktivierungsmethoden
Therapiemethoden zur Aktivierung und Erleichterung der Sprachproduktion bei Menschen mit
Aphasie
Akustik
die Lehre vom Schall
Akzent
Hervorhebung einer prosodischen Einheit innerhalb einer Lautgruppe
ugs.: von der Hochlautung abweichende Artikulation z.B. bei Sprechern einer Fremdsprache
Alalie
hochgradige Einschränkung in der Lautbildung
alaryngeal
ohne Kehlkopf
Alexie
Unfähigkeit, zu lesen bei intaktem Sehvermögen infolge
Aphasie, häufig in Verbindung mit
Agraphie
ALS
Amyothophe Lateralsklerose
alveolar
am Zahndamm gebildet (Konsonanten)
Alveolen
Knochenmulden (Zahnfächer) im Kiefer
Ambidexter
jemand, der sowohl die linke als auch die rechte Hand gleich gut benutzen kann
Amelie
angeborenes Fehlen von Gliedmaßen
AMI
Auditory Midbrain Implant
Amnesie
Gedächtnislücke nach Bewusstseinsstörung bei Schlaganfall oder epileptischem Anfall, meist zeitlich begrenzt
amnestisch
die Amnesie betreffend
Amusie
Störung der musikalischen Fähigkeiten im Rahmen einer
Aphasie
Analphabetismus
Unfähigkeit zu schreiben und zu lesen
Anamnese
Vorgeschichte des Kranken und seiner Krankheit
Anarthrie
schwerste Form der
Dysarthrie; zerebral bedingte vollständige Störung der Lautbildung bei z.T. voll ausgeprägtem Sprachverständnis
Anatomie
Lehre vom Bau des Körpers
Angina tonsillaris
Entzündung des Kehlkopfes und der
Tonsillen
Ankyloglossie
verkürztes Zungenbändchen, das ein Herausstrecken verhindert
Anlaut
Anfangslaut eines Wortes
Anomie
Wortfindungsstörung
Anotie
Fehlen der Ohrmuschel
Ansatzrohr
beschreibt alle Räume oberhalb der
Glottis (Stimmritze), die zur Bildung der Stimme dienen
Antizipation
bei Versprechern die Vorwegnahme von Lauten
Apallisches Syndrom
tiefes Koma, bedingt durch eine funktionelle Unterbrechung von Endhirn und Hirnstamm nach
Schädelhirntrauma, Blutungen oder Tumor
Apex
Spitze; A. linguae (Zungenspitze)
Aphärese
Lautwegfall am Wortbeginn z.B. herein ->rein
Aphasie
zentrale Sprachstörung; Verlust bzw. Störung der bereits ausgebildeten Sprachfähigkeit durch Schädigung des Gehirns bzw. der
Sprachzentren, bei der trotz erhaltener Intelligenz und intakter Sprechwerkzeuge Begriffe nicht mehr in Wort- oder Schriftbilder umgesetzt werden können oder Gesprochenes oder Geschriebenes nicht mehr begrifflich aufgenommen werden
können
Aphasiologie
die Lehre von der Aphasie
aphatisches Stottern
aphasisches Stottern, Redefluss-Störung im Rahmen einer
Aphasie
Aphonie
Stimmverlust, Stimmlosigkeit; keine stimmhaften Anteile beim Sprechen
Aphthongie
durch Krämpfe in der Zungenmuskulatur verursachte Sprachstörung
Apoplex, Apoplexie, apoplektischer Insult
Schlaganfall
Aposiopese
Satzabbruch
Apraxie
Unfähigkeit bzw. Störung in der Auswahl und zeitlichen Abfolge von aufeinanderfolgenden Einzelbewegungen und Handlungen.
ideomotorische Apraxie, ideatorische Apraxie, buccofaciale Apraxie (Apraxie der Mund- und Gesichtsmuskulatur),
Sprechapraxie
Aprosexie
Störung der Aufmerksamkeit und Konzentration
Aprosodie
gänzlicher Verlust der Prosodie (Sprechmelodie)
Arteria cerebri media
mittlere, die Sprachzentren versorgende und bei
Aphasien immer betroffene Hirnarterie
Artikulation
Lautbildung; Formung von Sprachlauten durch Bewegung der äußeren Sprechwerkzeuge
Artikulationsstelle
Ort der Lautformung von Konsonanten
Artikulationsstörung
Aussprachestörung
Artikulationszone, Artikulationsstelle
Region der Lautformung
1. A.: Lippen (p, b, m, f, w)
2. A.: Zungenspitze/Schneidezähne (t, d, n, ch1 wie Milch, l und Zischlaute)
3. A.: Zunge/weicher Gaumen (g, k, ch2 wie wach, ng, r)
4. A.: Zungenwurzel/Rachenwand (schweiz. ch)
5. A.: Kehlkopf (h)
Asphyxie
Atemstillstand
Aspiration
Eindringen von Fremdkörpern in die unteren Atemwege
phonetisch: die behauchte Aussprache der Verschluss-Konsonanten p,t, und k
Assimilation
lautliche Angleichung eines Lautes an einen benachbarten
Asymbolie
Störung der Fähigkeit, bedeutungstragende Zeichen zu verstehen und verwenden
Ataxie
Form der
Zerebralparese (zerebralen Bewegungsstörung); Störung der Bewegungskoordination, Störung des Zusammenwirkens von Muskelgruppen
Atemstütze
Appoggio; Aktivierung der Ausatmungsmuskulatur zur gleichmäßig kontrollierten Luftabgabe insbes. beim Gesang
Athetose
Form der
Zerebralparese (zerebralen Bewegungsstörung); Haltungsstörungen und Störung des Zusammenwirkens von Muskelgruppen mit langsamen schraubenförmigen Bewegungen der Gliedmaßen
Atrophie
Muskel-, Gewebeschwund
audiogen
verursacht durch abweichendes Hören z.B. audiogene Dyslalie
Audiogramm, Tonaudiogramm
Hörkurve; Verlauf beschreibt die Fähigkeit bei welcher Lautstärke einzelne Frequenzen wahrgenommen werden
Audiologie
Lehre vom Hören
Audiometrie
Methode zur Messung des Hörvermögens
auditiv
das Hören betreffend
audititve Wahrnehmung
Fähigkeit, Hör-Reize wahrzunehmen, zu unterscheiden und zu erkennen
Auditory Brainstem Implant (ABI)
Verfahren, bei dem - ähnlich wie beim
Cochlear-Implantat
- ausgefallene Funktionen des Innenohres und des Hörnervs durch eine Prothese ersetzt
werden; Schall wird über ein Mikrofon aufgenommen und in eine Abfolge elektrischer Impulse umsetzt, welche mittels Elektroden
jedoch nicht an die Cochlea sondern direkt an das Gehirn (Hirnstamm) weitergeleitet werden.
Auditory Midbrain Implant (AMI)
Verfahren, bei dem - ähnlich wie beim
Cochlear-Implantat
- ausgefallene Funktionen des Innenohres und des Hörnervs durch eine Prothese ersetzt
werden; Schall wird über ein Mikrofon aufgenommen und in eine Abfolge elektrischer Impulse umsetzt, welche mittels Elektroden
jedoch nicht an die Cochlea sondern direkt an das Mittelhirn weitergeleitet werden.
Auricula
Ohrmuschel
Auslaut
Endlaut eines Wortes
Auslautverhärtung
stimmlose Aussprache eigentlich stimmhafter Laute am Wortende z.b. bei Zwerg oder Hund
Autismus
extrem ausgeprägte Kontaktstörung, Teilnahmslosigkeit durch Versunkensein in die eigene Ideenwelt und Absperrung gegenüber der Außenwelt, häufig verbunden mit Bewegungsstereotypien
Automatismen
immer wiederkehrende, formstarre Äußerungen (recurring utterances) infolge einer
Aphasie
AWST 3-6
Aktiver Wortschatztest für 3-6jährige
Balbuties
Synonym für
Stottern
BAT
hier: Bremer Artikulationstest
BBLDP
Bremer Buchstaben-Lese- und Diktatprobe
Berufsstimmstörung
stimmliche Auffälligkeiten von Personen in typischen »Sprechberufen« (Lehrer, Erzieherinnen, Pfarrer, Callcenter-Agents etc.)
Betazismus
Artikulationsstörung, fehlerhafte Aussprache des Lautes B
bilabial
beide Lippen betreffend
Bilingualismus
Erlernen zweier Muttersprachen
binaural
beide Ohren betreffend
BLDP
Bremer Lese- und Diktatprobe
BLDT
Bremer Lautdiskriminationstest
BLT
Bremer Lesetest
Bolus
mit Speichel durchsetzter Speisebrei, der zum Schlucken bereit ist
Bradylalie, Bradyarthrie
verlangsamtes Sprechtempo z.B. bei Dysarthrie
Broca-Region,
Broca-Zentrum
Motorisches Sprachzentrum im Stirnlappen der dominanten Hemisphäre im Gehirn, in dem der Bewegungsentwurf zur Umsetzung gedanklicher Inhalte in Sprache erfolgt
Bronchien
Äste der Luftröhre in die Lunge
Bruxismus
Zähneknirschen
cerebral
das Gehirn (Großhirn) betreffend
Cerebralparese, Zerebralparese
motorische Schwäche ausgelöst durch eine Hirnschädigung
Cerumen
Ohrenschmalz
Chitismus, Chitizismus
fehlerhafte Aussprache der ch-Laute
Clavicularatmung
Hochatmung bes. im Schlüsselbeinbereich
Cluster
Gruppe mehrerer Konsonanten, Konsonantenverbindung
Co-Artikulation, Koartikulation
Beeinflussung eines Lautes innerhalb des Sprechablaufs durch den vorangehenden oder nachfolgenden Laut, Ineinandergreifen der Artikulationsbewegungen
Cochlea
Gehörschnecke; beinhaltet das Hörorgan
Cochlea(r) Implant(at)
Prothese, welche die ausgefallenen Funktionen des Innenohres ersetzen soll; Schall wird über ein Mikrofon aufgenommen und in eine Abfolge elektrischer Impulse umsetzt, welche mittels Elektroden über die Hörnervfasern an das Gehirn weitergeleitet werden.
Cocktailparty-Effekt
die Fähigkeit, Sprache aus einer Fülle von Geräuschen herauszufiltern
Commotio cerebri
Gehirnerschütterung
Contusio cerebri
Gehirnquetschung
Coping
Verhalten von Betroffenen und Angehörigen bei Bewältigung und Verarbeitung von belastenden Situationen (Krankheiten, Behinderungen etc.)
Corpus callosum
Balken, Nervenfaser-Verbindung zwischen den beiden Hälften des Großhirns
Cortex, Kortex
Großhirnrinde
Costoabdominalatmung
gemischter, physiologischer Atemtyp, der sich aus Anteilen von Brust- und Bauchatmung zusammensetzt
Daktylologie
Fingeralphabet
DAT
hier: Demenz Alzheimer Typus
dB
Abkürzung für Dezibel, Schalldruck-Maßeinheit für das Verhältnis von gemessenem und Bezugswert
DD
Abkürzung für Differenzialdiagnose
Deblockierung
Aktivierungsmethode in der Aphasietherapie zur Verfügbarmachung blockierter sprachlicher Einheiten
Deklination
grammatische Veränderung eines Wortes (Substantiv, Nomen) nach Kasus, Genus, Numerus
Deltazismus
fehlerhafte Artikulation des Lautes D
Demenz
fortschreitender geistiger Abbau durch Krankheits- oder Rückbildungsvorgänge im Gehirn
dental
die Zähne betreffend; im Zusammenhang mit der Artikulation bezeichnet dental die Zungenposition z.B. addental (an den Zähnen liegend) oder interdental (zwischen den Zähnen liegend)
Dentition
Zahndurchbruch zum Milch- oder Dauergebiss
Deprivation
gehabter und erlebter Mangel
Derivation
Ableitung
dexter
rechts
DFT
Drei-Figuren-Test
DGS
Deutsche Gebärdensprache
DGS
Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik
Diadochokinese
Fähigkeit, gegensätzliche Bewegungen schnell nacheinander auszuführen
Diagnose
Befund, Ergebnis einer Untersuchung
Diagnostik
Durchführung einer Untersuchung zur Erlangung eines Befundes
Dialekt
von der Standardsprache abweichende regional begrenzte Variation der gesprochenen Sprache, Mundart
Diaphragma
hier: Zwerchfell
Diastema
Lücke zwischen den oberen Schneidezähnen
dichotisch
beidohrig
Differentialdiagnose
Abgrenzung und Unterscheidung zu anderen ähnlichen Krankheitsbildern
Diphtong
Doppelvokal, Zwielaut z.B. au, ei, eu, äu
Diplakusis
Doppelthören, Wahrnehmung eines einzelnen Tones als zwei unterschiedliche Töne
Diplegie
Lähmung beider Seiten einer (horizontal geteilten) Körperhälfte
Diplophonie, Diphtongie
Stimmstörung bei der gleichzeitig zwei unterschiedliche Töne erzeugt werden
Diskrimination
Unterscheidung
Diskrimination
Unterscheidung von Reizen
Diskrimination, auditive
lautliche Unterscheidung akustischer Reize
Disposition, familiäre
Veranlagung innerhalb einer Familie
DLF
Diagnostischer Lesetest zur Frühdiagnose von Lesestörungen
DLUT
Diagnostischer Lautunterscheidungstest
DRT
Diagnostischer Rechtschreibtest
dominante Hemisphäre
stärker ausgebildete Hirnhälfte, die für sprachliche Leistungen zuständig ist
Dysakusie
subjektive fehlerhafte Empfindung von Schallereignissen;
Tinnitus
Dysarthrie/Dysarthrophonie
Störung des Sprechens und der Stimme aufgrund von Schädigungen zentraler Bahnen und Kerne
Dysaudie
Fehlleistungen beim Hören
Dysfunktion
Funktionsstörung, Fehlfunktion
Dysglossie
Störung der Lautbildung aufgrund pathologischer Veränderungen an den Sprechwerkzeugen
Dysgnathie
Zahn- und/oder Kieferfehlstellung
Dysgrammatismus
Störung der Fähigkeit, die Regeln der Wort- und Satzlehre in der Muttersprache richtig einzusetzen, z.B. Satzbildung, Artikelbildung, Beugung, Kasus
Dyskalkulie
Störung des Rechnens, Rechenschwäche
Dyskranie
Schädelmissbildung
Dyslalie
Störung der Lautbildung
Dyslexie, Alexie
Störung des Lesens, Leseschwäche
Dyslogie
Sprachentwicklungsstörung bei geistiger Behinderung
Dysphagie
Störung des Schluckvorgangs
Dysphasie
zentrale Sprachstörung in Form eines erschwerten »Sprechen-Könnens«
Dysphonie
Störung der Stimme
Dyspnoe
erschwerte Atmung, Atemnot
Dyspraxie
mangelnde Fähigkeit, Körperteile zweckmäßig zu bewegen; vgl.
Apraxie
Dysprosodie
Störung der Prosodie (Sprechmelodie)
Dystonie
Störung des normalen Muskelspannungszustands
Echolalie
wörtliche oder leicht abgewandelte spontane Wiederholung von Gehörtem
efferent
aus dem Zentralnervensystem heraus, Gegenteil zu afferent
EEG
Elektroenzephalogramm, grafische Darstellung der Hirnströme
Elision
Auslassung von Lauten oder Buchstaben
Embolophrasie
wiederkehrende Flickwörter (z.B. »also«, »und so«, »ach ja«)
EMG
Elektromyogramm, grafische Darstellung der Muskelaktivität
Emotion
Gefühl
endogen
im Körper selbst entstanden
Entwicklungsalter
statistischer Annäherungswert/Vergleichsalter; unabhängig vom Lebensalter wird damit angegeben, ab welchem Alter eine bestimmte Fähigkeit (z.B. grob- oder feinmotorisch) im Normalfall zu erwarten ist
Enzephalitis
Gehirnentzündung
Epiglottis
Kehldeckel
Epilepsie
Anfallsleiden mit verschiedenen Ursachen
Ergotherapie
Beschäftigungstherapie
Etymologie
die Lehre von der Herkunft und Bedeutung der Wörter
Eugnathie
Normalbiss mit regelrechter
Okklusion (Verzahnung)
Eustachische Röhre
Tuba eustachii, Verbindung zwischen Nasenraum und Mittelohr
Eutonie
Zustand ausgeglichener Körperspannung (
Tonus)
Expansion
Kindliche Äußerungen werden unter Einbau der Zielstruktur vervollständigt.
Beispiel: Unfall
Kind: »Jetzt der Wagen abgeschleppt werden.« Therapeut: »Ja, der Wagen muss abgeschleppt werden.«
Explosivlaute, Plosive
Konsonanten, die durch »Sprengen eines Verschlusses« gebildet werden: p, t, k
expressiv
den Sprachausdruck (Lesen, Schreiben) betreffend
Exspiration
Ausatmung
Extension
an eine kindliche Äußerung anknüpfende Weiterführung, die neue semantische Elemente beinhaltet (semantische Ergänzungen).
Beispiel: backen
Kind: »Der Tuchen ist nicht mehr heiß.« Therapeut: »Nein, der Kuchen ist nur noch warm. Du kannst ihn anfassen.«
facial(is), fazial
zum Gesicht gehörend
faucal
den Rachen betreffend
Fazialislähmung, Fazialisparese
Lähmung der Gesichtsmuskulatur; Unterscheidung in periphere und zentrale Lähmung
Feedback
Rückkopplung
Feedback, korrektives
Kindliche Äußerungen mit fehlerhafter Zielstruktur werden berichtigt wiederholt
Beispiel: Unfall
Kind: »Der Krankenwagen nicht kommen muss.« Therapeut: »Nein, der Krankenwagen muss nicht kommen.«
Fehlhörigkeit
bei einer zentralen Hörstörung durch Hörverlust in höheren Frequenzen Störung der Lautdiskriminationsfähigkeit
Fistelstimme
erhöhte Sprechstimmlage, besonders während des Stimmbruchs (Mutation) vorkommend, danach pathologisch
Flexion
Wortbeugung, Konjugation, Komparativ
Flüsterstellung
Stimmlippenstellung, bei welcher der vordere Teil der
Glottis geschlossen ist, im hinteren Teil ein dreieckiger Spalt vorhanden ist (Flüsterdreieck)
forced alternative (FA-Fragen)
Zwei Modelle einer Struktur werden zur Beantwortung angeboten. Antwortet das Kind mit Auslassungen, kann auch eine
Expansion erfolgen.
Beispiel: Zauberer
Therapeut: »Zauberer, kannst du nur laufen oder kannst du auch fliegen?« Kind: »Fliegen.« Therapeut: »Du kannst also fliegen.«
Formant
Teilton eines Lautes, der die Ausprägung der Klangfarbe bestimmt
Frenulum (lingualis)
Zungenbändchen
Frikative
Konsonanten, die durch Reibung entstehen
frühkindliche Hirnschädigung
Schädigung des Gehirns (
Zerebralparese), die vor, während oder nach der Geburt eingetreten ist
funktionell
in Bezug auf den Gebrauch
funktionelle Stimmstörung
Stimmstörung ohne nachweisbare pathologische organische Veränderungen der Stimme
Gammazismus
fehlerhafte Aussprache des G-Lautes
Gaumenlaute
Laute g, k, ng, r
Gaumenreflex
Heben des weichen Gaumens bei Berührung
Gaumensegel
Velum; weicher Gaumen
Gaumenspalte
Spalte in der Mitte des Gaumens
Gedächtnisspanne
Speicherkapazität des Kurzzeitgedächtnisses von ca. 7 Informationen (Chunks)
Gehörgangsstenose
Verengung des äußeren Gehörgangs
Geriatrie
medizinische Fachrichtung, die sich mit der Behandlung alternder und alter Menschen beschäftigt
Glottis
Stimmritze, Raum zwischen den Stimmlippen
Glottisschlag
Ventiltönchen
Graphem
Buchstaben, die nicht in jedem Fall dem
Phonem entsprechen z.B. sch = 3 Grapheme, 1 Phonem
Habits
Gewohnheiten, z.B. gewohnheitsmäßiges Ziehen an Ohrläppchen, Kratzen ohne Juckreiz; im Mundbereich z.B. Daumenlutschen oder Nägelkauen
habituell
ständig wiederkehrend, gewohnheitsmäßig
Händigkeit
Bevorzugung einer Hand; die Entwicklung der H. kann bis über den Schuleintritt hinaus andauern und Seitenwechsel im Entwicklungsverlauf mit einschließen
Haplologie
Vereinfachung bei zwei gleichen/ähnlichen Lautfolgen z.B. weiblicher Ruderer: Ruderin anstelle von Rudererin
Hasenscharte
veraltete Bezeichnung für
Lippenspalte
HAWIK
Hamburg-Wechsel-Intelligenztest
HdO-Gerät
Hörgerät hinter dem Ohr
Heiserkeit
Sammelbegriff für alle Arten pathologischer Stimmklänge
Hemiplegie
Lähmung einer Körperhälfte
Hemisphäre
linke bzw. rechte Gehirnhälfte
Hirntrauma
Verletzung des Gehirns
Hochlautung
die für die Aussprache der Hochsprache zu fordernde Norm
Hochsprache
die in Aussprache, Wortschatz und
Syntax als vorbildlich angesehene Sprachform
Holophrase
Einwortsatz
Homophonie
Wortgleichklang z.B. Rad - Rat
Hörbahn
Nervenverbindung zwischen Innenohr und Hörzentrum des Gehirns
Hörschwelle
Schalldruckpegel, bei welchem ein Ton gerade eben hörbar wird
Hörsturz
plötzlich auftretende Innenohrschwerhörigkeit, z.B. durch eine Durchblutungsstörung
Hospitalismus
alle körperlichen und seelischen Veränderungen, die bei Entzug oder häufigem Wechsel der Bezugsperson auftreten können
HSET
Heidelberger Sprachentwicklungstest
Hyperfunktionelle Dysphonie
Stimmstörung, die durch pathologisch erhöhte Muskelaktivität, Spannung und Atemdruck am Stimmorgan und
Ansatzrohr entsteht
Hyperkinese
allgemeine Bewegungsunruhe, aber auch unwillkürliche Bewegungen bei zentralen Erkrankungen
Hypersalivation
vermehrter Speichelfluss
Hypertonus, hyperton
hier: übermäßige Muskelspannung
Hyperventilation
übermäßig schnelle und tiefe Atmung
Hypofunktionelle Dysphonie
Stimmstörung, die durch ein Zuwenig an Muskelaktivität, Spannung und Atemdruck am Stimmorgan und
Ansatzrohr entsteht
Hypopharynx
Kehlkopfrachen
Hypotonus, hypoton
hier: zu geringe Muskelspannung
Idiom
Spracheigentümlichkeit einer Bevölkerungsgruppe oder eines Standes
Indikation
Erforderlichkeit einer bestimmten Behandlung oder eines Heilverfahrens
Infantilismus
Verharren auf einer kindlichen Entwicklungsstufe
Inhibition
Hemmung
Initialstottern
Auftreten des
Stotterns überwiegend beim Anfangslaut eines Wortes
Inlaut
ein Laut in der Wortmitte
Inspiration
Einatmung
Insult
Anfall
interdental
zwischen den Zähnen liegend
Interdentalität
Lautbildung mit der Zunge zwischen der oberen und der unteren Zahnreihe z.B. beim
»Lispeln«. Betroffen sind häufig die Laute s, z, sch, aber auch die Laute t, d, l, n können interdental gebildet sein
Ischämie
Blutmangel infolge Einschränkung der arteriellen Blutzufuhr
Iterationen
Silbenwiederholungen
Jargon
Sprache einer bestimmten sozialen Schicht oder Gruppe
Jargonaphasie
Form der
Aphasie mit reichlicher, jedoch nahezu unverständlicher Sprachproduktion bei fehlendem Sprachverständnis aber intakter
Prosodie
Kappazismus
fehlerhafte Aussprache des K-Lautes
Kasus
grammatikalischer Fall (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ)
Katarrh
Entzündung der Schleimhäute mit vermehrter Sekretabsonderung
Kinästhesie
Bewegungsgefühl, Muskelsinn, Wahrnehmung z.B. von Stellung, Spannung und Bewegung von Körperteilen
klonisches Stottern
Laut-, Silben- oder Wortteilwiederholungen
Koartikulation, Co-Artikulation
Beeinflussung eines Lautes innerhalb des Sprechablaufs durch den vorangehenden oder nachfolgenden Laut, Ineinandergreifen der Artikulationsbewegungen
Kochlea, Cochlea
Schnecke; beinhaltet das Hörorgan
Kommunikation
Verständigung zwischen Gesprächspartnern
Kompensation
Ausgleich
Konjugation
Beugung der Verben
kongenital
angeboren
Konsonanten
Mitlaute; alle Sprachlaute außer den Selbstlauten (Vokalen) a, e, i, o, u, und den Umlauten ä, ö, ü
Konsonantenverbindungen
alle aufeinander folgenden Konsonanten z.B. br, bl, kl, dr, str, pfl usw.
korrektives Feedback
Kindliche Äußerungen mit fehlerhafter Zielstruktur werden berichtigt wiederholt
Beispiel: Unfall
Kind: »Der Krankenwagen nicht kommen muss.« Therapeut: »Nein, der Krankenwagen muss nicht kommen.«
kostoabdominale Atmung
gemischte, physiologische Atmung, die sich aus Anteilen von Brust- und Bauchatmung zusammensetzt
kranial
zum Schädel gehörend
labial
die Lippen betreffend
Lallphase
spielerisches, spontanes Auftreten von Lautäußerungen ab dem 2. Lebensmonat (1. L.); die 2. L. ab dem 5. Lebensmonat tritt bei gehörlosen Kindern nicht oder nur minimal auf
Laryngektomie
chirurgische Entfernung des Kehlkopfes
Laryngitis
Kehlkopfentzündung
Laryngoskopie
Untersuchung des Kehlkopfes mit Hilfe eines Spiegels oder Endoskops
Larynx
Kehlkopf
Läsion
Schädigung, Verletzung
latent
verborgen, verdeckt
lateral
seitlich, die Seite betreffend
lateralis
im Zusammenhang mit der Artikulation gebraucht. Beim
Schetismus l. oder
Sigmatismus l. strömt die für die Bildung des Lautes benötigte Luft seitlich anstatt zentral heraus
Lateralität
Seitigkeit des Körpers oder bestimmter Körperpartien, Bevorzugung einer Körperhälfte z.B. Händigkeit
Legasthenie, Lese- Rechtschreibschwäche
spezielle Störung der Beziehung zwischen geschriebenem und gesprochenem Wort
Lexikon
Bezeichnung für den Wortschatz, der differenziert wird in aktiv (alle Wörter, die für den Sprachgebrauch zur Verfügung stehen) und passiv (alle Wörter, deren Bedeutung verstanden wird)
lingual
die Zunge betreffend
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
angeborene Missbildung, die sich von den Lippen bis zum Gaumen erstreckt, mit ein- oder beidseitiger Spaltbildung
Lippenspalte
»Hasenscharte«; ein- oder beidseitige Spaltbildung der Lippe
Lispeln
interdentale (zwischen den Zähnen) Bildung des S-Lautes vgl.
Sigmatismus
Logopädie
Methodenlehre zur Diagnose und Behandlung von Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen
Logophobie
Sprechangst
LRS
Lese-Rechtschreib-Schwäche
Makroglossie
vergrößerte Zunge z.B. bei Down-Syndrom
Mandibula
Unterkiefer
Markierung, linguistische
Versprachlichung gerade beachteter Situationsmerkmale, um die Zielstruktur in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken.
Beispiel: Parkgarage
Sprachmodelle: »Hier musst du warten ... du musst noch zahlen ... wir müssen nach oben fahren ... ich muss vorher aussteigen ...«
Maxilla
Oberkiefer
MCD
Minimale Cerebrale Dysfunktion; minimale Beeinträchtigung von Hirnfunktionen
Meningitis
Hirnhautentzündung
MFT
Myofunktionelle Therapie; Training zur Verbesserung der Zungen- und Mundmotorik und Etablierung eines physiologischen Schluckvorganges
Mittelohrentzündung, Otitis media
Ohrentzündung des Mittelohres mit Beeinträchtigung des Hörvermögens. In sensiblen Phasen während der Sprachentwicklung, kann diese nachhaltig beeinträchtigt werden
Modalität
jeder sensorische Kanal, durch welchen Informationen erhalten werden können: visuell, auditiv, taktil etc.
Modeling
bedeutet eine Satzstruktur nicht zu wiederholen, zu festigen oder zu erweitern sondern weiter zu führen. Der Therapeut liefert dabei völlig neue Informationen (Methode der semantischen Erweiterung).
Modellierte Selbstkorrektur
Fehler des Kindes bei der Zielstruktur werden vom Therapeuten übernommen und sofort bei sich selbst korrigiert.
Beispiel: Zeitnot
Kind: »Wir muss uns beeilen.« Therapeut: »Stimmt, wir muss ... ach falsch! Wir müssen uns beeilen.«
monaural
mit einem Ohr
Morphem
kleinste, bedeutungstragende Einheit grammatikalischer Analyse z.B. Früh-stück, Früh-ling
motorisch
die Bewegung betreffend
Multiple Sklerose (MS)
Erkrankung des Zentralnervensystems, mit verstreuten Zerfallsherden der Markscheiden im Gehirn und Rückenmark. Sie kann in Schüben, in unterschiedlichen Zeitabständen und mit unterschiedlicher Stärke verlaufen und mit Sehstörungen, Blasen- und Mastdarmstörungen, Koordinationsstörungen, Gangunsicherheit und Lähmungen
einhergehen
Mundatmung
entsteht bei Verhinderung der Nasenatmung (Schnupfen, Allergie, Verkrümmung der Nasenscheidewand etc.) und bei gewohnheitsmäßig offener Mundhaltung
Mundvorhofplatte
Platte aus Kunststoff zur Behandlung von Lutschgewohnheiten,
Mundatmung und leichten Formen von
offenem Biss
Muskeltonus, Tonus
Spannungszustand des Muskels
Mutation
hier: Stimmbruch, ausgelöst durch hormonell gesteuertes Wachstum der Stimmlippen
Mutationsfistelstimme
erhöhte Sprechstimmlage während des Stimmbruchs (Mutation)
Mutismus
seelisch bedingte Sprechunfähigkeit oder Sprechverweigerung bei normalem Sprechvermögen; Elektiver Mutismus: Sprechverweigerung beschränkt auf bestimmte Situationen und/oder Personen
Myofunktionelle Therapie
Training zur Verbesserung der Zungen- und Mundmotorik und Etablierung eines physiologischen Schluckvorganges
Nasalität
erwünschte Nasenresonanz z.B. beim Singen
Nasallaute
Laute m, n, ng
Näseln
Rhinophonie; pathologische Veränderung des Stimmklangs, Luft entweicht beim Sprechen unphysiologisch durch die Nase (offenes Näseln/Rhinophonia aperta) oder zu geringe Nasenluftdurchgängigkeit beim Sprechen (geschlossenes Näseln/Rhinophonia clausa) z.B. bei Schnupfen oder Allergie. Gemischte
Formen können auftreten (gemischtes Näseln/Rhinophonia mixta)
Neck-Dissection
Entfernung von Halsmuskulatur und Ausräumung von Lymphknoten, meist im Rahmen einer
Laryngektomie
Neologismen
Wortneubildungen z.B. »Staubsauber«
Noxe
Schadstoff, Schädlichkeit
Offener Biss
obere und untere Zahnreihe sind nicht geschlossen, teilweise vergrößerter Abstand der Zahnreihen zueinander, häufig als Folge verstärkten und zu langen Lutschens an Daumen oder Schnuller (lutschoffener Biss). Der offene Biss kann frontal oder auch seitlich auftreten (ein- oder beidseitig)
Okklusion
die »Verzahnung« der Zahnreihen
olfaktorisch
den Geruchssinn betreffend
oral
zum Mund gehörend
orale Habits
Gewohnheiten im Mundbereich, z.B. Lutschen am Daumen, Finger, Schnuller oder Stoffzipfel, Nägel-, Lippen- oder Wangenbeißen
Orthognathie
richtige Kieferstellung mit regelrechtem Biss
Ortholalie
regelrechte Lautbildung
Orofaziale Dysfunktion
Störung des Muskelgleichgewichtes im Mund-, Gesichtsbereich; Kennzeichen sind u.a. offener Mund mit Mundatmung, Vorlagerung der Zunge, zuviel oder zuwenig Spannung im Bereich der Zungen-, Mund- und Gesichtsmuskulatur
Ösophagus
Speiseröhre
Ösophagus(ersatz)stimme
Sprechhilfe, Sprechmethode nach
Laryngektomie, »Rülps-Sprache«
oticus
zum Ohr gehörend
Otitis
Ohrentzündung; O. externa (Entzündung des Gehörgangs), O. media (Mittelohrentzündung)
Pädaudiologie
Lehre von den kindlichen Hörstörungen
Palatum
Gaumen
Parallelsprechen
Kindliche Vorhaben und Wünsche werden sprachlich umgesetzt und das Kind lernt, sprachliche Zielformen in Bezug auf seine aktuelle Bedürfnislage zu erfassen.
Beispiel: Kind öffnet die Spielkiste
Sprachmodelle: »Du willst wohl die Autos holen ... wollen wir mit der Garage spielen? ... Du willst bestimmt ... Ich will auch...«
Paraphasie, phonematische
durch Ersetzen, Auslassen, Umstellen oder Hinzufügen eines Lautes veränderter Wortlaut, (z.B. Brus statt Bus, Kaber statt Kabel, etc.)
Paraphasie, semantische
fehlerhafte Verwendung eines Wortes, mit Bedeutungsnähe zum Zielwort (z.B. Socke statt Schuh)
Parazentese
Trommelfellschnitt zum Eiterabfluss bei
Otitis media
Parese
leichte oder unvollständige Lähmung
Paukendrainage
Röhrchen im Trommelfell zur Belüftung oder zum Sekretabfluss bei
Otitis
Paukenerguss
Flüssigkeitsabsonderung der Mittelohrschleimhäute bei Tubenkatarrh
peripher
außen, zur Außenseite
Perseveration
dauernde ungewollte Wiederholungen von Lauten, Wörtern, Sätzen, Handlungen
Perzeption
Wahrnehmung;
Aufnahme und Verarbeitung von Umwelt- und Körperreizen durch die Sinnesorgane
Pharyngitis
Rachenschleimhautentzündung
Pharynx
Rachen
Philtrum
hier: Rinne zwischen Nase und Oberlippe
Phonation
Stimmgebung
Phonem
die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit in der Lautsprache
Beispiel: Blatt <->platt
phonematische Differenzierung
lautliche Unterscheidung
Phoniater
Facharzt für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, HNO-Arzt mit Zusatzausbildung
Phoniatrie
Stimmheilkunde; ärztliches Spezialgebiet der Untersuchung und Behandlung von Hör-, Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen
phonologische Prozesse
regelhafte und systematische Abweichungen und Vereinfachungen bei der Übernahme der Lautsystematik und -regularisierung im Zuge des Spracherwerbs
phonologische Störungen
phonologische Prozesse
Plegie
vollständige Lähmung
Plosivlaut
Verschlusslaut, Explosivlaut
Poltern
Redefluss-Störung mit überhastetem Sprechen, bei dem Laute, Silben ausgelassen oder wiederholt werden, in differenzialdiagnostischer Abgrenzung zum
Stottern
Präsentation
Demonstrieren situations- und rollentypischer Sprechweisen, um sprachliche Zielformen gehäuft einführen. Dabei beobachtet das Kind zunächst, später kann es selbst eine Rolle übernehmen
Beispiel: Zirkus
Sprachmodelle: »Soll ich durch den Reifen springen? ... soll ich ...?«
»Jetzt sollst du Männchen machen, herkommen, Pfötchen geben ...«
Prävention
vorbeugende Behandlung
Progenie
Unterkieferzahnreihe steht vor der des Oberkiefers
Prognathie
zu starker Überstand des Oberkiefers über den Unterkiefer
progredient
fortschreitend
Prosodie
Sprechausdrucksmerkmale, Sprechmelodie
Protrusion
starkes Hervortreten/Neigen z.B. Frontzähne oder Kiefer
Psychomotorik
Bewegungsleben, das sich nach psychischen Gesetzen vollzieht
Psychosomatik
Lehre von den körperlichen Rückwirkungen auf seelische Einflüsse
Rachenmandeln
Adenoide; Drüsengewebe am Rachendach zwischen den Öffnungen der
Eustachischen Röhre
Randkantenverschiebung
sichtbare Schleimhautverschiebung an der Außenseite der Stimmlippen bei
Phonation
Recurrensparese
Lähmung eines oder beider Nerven, welche für die Stellungsänderung der Stimmlippen zuständig sind infolge einer Schädigung, Symptome: Heiserkeit, eingeschränkter Stimmumfang, auch Atemnot
recurring utterances
(engl.)
immer wiederkehrende, formstarre Äußerungen infolge einer
Apasie
Redefluss-Störung
Störung und Behinderung des Sprechablaufes bei
Stottern,
Poltern,
Dysarthrie
Reflexion, verbale
Wiedergabe der kindlichen Äußerung mit positivem
korrektivem Feedback.
Beispiel: backen
Kind: »Der Tuchen fertig is.« Erwachsener: »Ja, der Kuchen ist fertig.«
Regression
Zurückziehen oder -fallen auf frühere, kindliche Entwicklungsstufen
Reinke-Ödem
Verdickung der Schleimhaut an den Stimmlippen, führt zur Heiserkeit; Form einer chronischen Laryngitis
Relaxation
Entspannung
Remission
Rückbildung von Krankheitssymptomen
Respiration
Atmung
Retardierung
Verzögerung des Entwicklungstempos
rezeptiv
aufnehmend, empfangend
Rezidiv
Rückfall, Wiederkehren der Krankheit
Rhinitis
Schnupfen
Rhinophonie
Näseln; R. aperta (offenes Näseln), häufig bei Patienten mit
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu finden, R. clausa (geschlossenes Näseln), die so genannte »Stockschnupfen-Sprache«, R. mixta (Mischform)
Rhotazismus
fehlerhafte Aussprache des R-Lautes
Ruktus
aufstoßen, rülpsen
Ruktussprache
Ösophagusstimme
Sängerknötchen
Stimmlippenknötchen
sagittal
jede der Mittelachse des Körpers parallele Ebene
Schädelhirntrauma
Kopfverletzung mit Schädigung des Gehirns
Schallempfindungsschwerhörigkeit
Schallwellen werden im Innenohr nicht richtig verarbeitet
Schallleitungsschwerhörigkeit
Schallwellen werden vom Mittelohr nicht bis an das Innenohr weitergeleitet
Schetismus
fehlerhafte Aussprache des Sch-Lautes
Schreiknötchen
Stimmlippenknötchen
Schwellenaudiometrie
Verfahren zur Ermittlung des individuellen Hörbereichs
Selbstkorrektur, modellierte
Fehler des Kindes bei der Zielstruktur werden vom Therapeuten übernommen und sofort bei sich selbst korrigiert.
Beispiel: Zeitnot
Kind: »Wir muss uns beeilen.« Therapeut: »Stimmt, wir muss ... ach falsch! Wir müssen uns beeilen.«
Semantik
Lehre von den Bedeutungen und Inhalten der Wörter und Zeichen
Sensomotorik
Zusammenspiel zwischen Muskelbewegung und Sinnesempfindungen
sensorisch
die Sinne betreffend
Septum
Nasenscheidewand
Septumdeviation
Verkrümmung der Nasenscheidewand
Sigmatismus
fehlerhafte Aussprache der Laute der S-Reihe, z.B. beim »Lispeln« (S. interdentalis)
sinister
links
Sinus
hier: Nebenhöhlen der Nase
Sinusitis
Entzündung der Nasennebenhöhlen mit Sekretbildung
somatisch
auf den Körper bezogen
Spastik, Spasmus
vermehrter Spannungszustand der Muskulatur
Sprachentwicklungsbehinderung, SEB
umfassende und lang andauernde Beeinträchtigung der sprachlichen Entwicklung meist infolge organischer Ursachen wie
Zerebralparese oder Down-Syndrom
Sprachentwicklungsstörung, SES
Beeinträchtigung, Störung und Rückstand im Bereich des Sprachverständnisses, der Lautbildung, Wortschatz, Grammatik, häufig auch begleitende Schwierigkeiten im außersprachlichen Bereich (Motorik, Sensorik etc.)
Sprachentwicklungsverzögerung, SEV
zeitliche Verzögerung der Sprachentwicklung bei sonst normalen Verlauf
Sprachschwächetypus
aufgrund familiärer Veranlagung entstandene Persönlichkeit mit erkennbaren Schwächen auf sprachlichem Gebiet, häufig mit guten mathematisch-analytischen Fähigkeiten
Sprachzentren
Broca-Zentrum,
Wernicke-Zentrum
Sprechapraxie
Einschränkung der Planung von Sprechbewegungen, infolge dessen es zu häufigen »Versprechern« kommt
Stammeln
Dyslalie; Störung der Lautbildung
Stenose
Verengung
Stereognose, Stereognosie
Erkennen von Dingen durch den Tastsinn (Druck, Schwere, Temperatur, Berührung, Räumlichkeit)
Stimmband
Ligamentum vocale, Stimmlippe; elastisches Band an den Stimmlippen, bestehend aus Schleimhaut, Bindegewebe und Muskulatur
Stimmlosigkeit
Aphonie
Stimmstörung
Dysphonie; organisch oder funktionell bedingte Störung der Stimmbildung bzw. der stimmlichen Leistungsfähigkeit
Stimmlippenlähmung
Lähmung des N. laryngeus inferior (Recurrensparese) oder des N. vagus, einseitig oder beidseitig auftretend. Je nach Fixierung der Stimmlippen führt dies zu mehr oder weniger großen Beeinträchtigungen der Stimmbildung evtl. in Verbindung mit Atemnot
Stimmlippenknötchen
Schreiknötchen, Sängerknötchen; ein- oder beidseitige Verdickung an bestimmten Stellen der Stimmlippen, die zu Heiserkeit führt
Stottern
Redefluss-Störung, die durch Wiederholungen von Lauten, Silben, Wörtern und /oder Sprechblockaden mit Anstieg der Muskelspannung beim Sprechen gekennzeichnet ist, in differenzialdiagnostischer Abgrenzung zum
Poltern
Stridor
pfeifendes Atemgeräusch infolge verengter Luftwege
Stroboskopie
Untersuchungsmethode zur Sichtbarmachung des Schwingungsverhalten der Stimmlippen
Struma
Vergrößerung der Schilddrüse
Surditas
Taubheit
Syntax
Satzbau; die grammatikalische Art und Weise, Sprachelemente zu Sätzen zu ordnen
taktil
den Tastsinn betreffend
taktil-kinästhetisch
die sinnliche Wahrnehmung von Bewegungen bzw. Muskelbewegungen betreffend
Taschenfalten
faltenartige Vorwölbung der über den Stimmlippen liegenden seitlichen Kehlkopfwand vom Aryknorpel bis zum Schildknorpel
Tempus
grammatikalische Zeitform
Tinnitus
»Ohrensausen«; subjektiv wahrgenommene Geräusche (Rauschen, Pfeifen, Zischen) im Ohr, meist Ausdruck einer Innenohrschädigung
Tonaudiogramm
standardisierte Prüfung der Hörschwelle (in dB) im Frequenzbereich von 125 Hz bis 8 kHz
Tonsillen
Gaumenmandeln
Tonsillektomie
chirurgische Entfernung der Gaumenmandeln
Tonus
Spannungszustand des Muskels
toxisch
giftig
Trachea
Luftröhre
Tracheostoma
durch einen Luftröhrenschnitt hergestellte Öffnung der Luftröhre
Tracheotomie
Luftröhrenschnitt
Tuba Eustachii
Eustachische Röhre; Verbindung zwischen Nasenraum und Mittelohr
Turn-Taking
der auf die dialogische Struktur einer Interaktion bezogene Sprecherwechsel (»ich bin dran - du bist dran«).
Durch den Sprecherwechsel wird im Gespräch der Sprecher-Hörer-Rollenwechsel vollzogen und es werden die Grenzen von Gesprächsschritten markiert.
T. ist das Haupt- Verbindungsglied zwischen frühen Mutter-Kind-Interaktionen und wichtigste Voraussetzung für die spätere, sprachliche Kommunikation. Regelhaftigkeit und Rhythmus können dabei direkt mit denjenigen der Konversation Erwachsener verglichen werden.
Tympanoplastik
Operative Wiederherstellung von Trommelfell und Gehörknöchelchen
Tympanum
Paukenhöhle
Umformung
Kindliche Äußerungen werden in veränderter Form wiedergegeben, wobei die Zielstruktur eingeführt oder variiert wird.
Beispiel: Auto
Kind: »Nimm das Lastauto!« Therapeut: »Gut, ich soll das Lastauto nehmen«
Utterances
(engl.) Äußerungen,
recurring utterances
Uvula
Zäpfchen am weichen Gaumen
velar
das Gaumensegel betreffend
Velopharynx
Rachenraum um das Gaumensegel
Veloplastik, Velopharyngoplastik
Operationsmethoden zum Verschluss von
Gaumenspalten
Velum
Gaumensegel, weicher Gaumen
Ventiltönchen
Glottisschlag; mit leichtem Atemdruck unterhalb der
Glottis gesprengter Stimmlippenverschluss, hörbar ist ein leicht knackendes Geräusch
Verbale Reflexionen
Wiedergabe der kindlichen Äußerung mit positivem korrektivem Feedback.
Beispiel: backen
Kind: »Der Tuchen fertig is.« Erwachsener: »Ja, der Kuchen ist fertig.«
Vertigo
Schwindel
vestibulär
den Gleichgewichtssinn betreffend
Vestibularapparat
Gleichgewichtsorgan
Vigilanz
Wachheit
Visomotorik
Koordination von Sehen und Bewegung
Vokal
Selbstlaut
Vokaltrakt
Ansatzrohr; alle Räume oberhalb der
Glottis (Stimmritze), die zur Bildung der Stimme dienen
Wahrnehmung
Aufnahme und Verarbeitung von Umwelt- und Körperreizen durch die Sinnesorgane
Wernicke-Region, Wernicke-Zentrum
Sensorisches Sprachzentrum im Schläfenlappen der dominanten Hemisphäre; »Speicher der Wortklangbilder«
Wolfsrachen
veraltete Bezeichnung für
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Wortfindungsstörung
im Rahmen einer
Aphasie auftretende Störung, die es dem Sprecher erschwert oder unmöglich macht, ein bestimmtes Wort zu benennen
Wortschatz
Lexikon; Gesamtmenge aller Wörter eines Sprechers; aktiver Wortschatz (alle verwendeten Wörter), passiver Wortschatz (alle verstandenen Wörter)
Zentralnervensystem (ZNS)
Einheit von Gehirn und Rückenmark als Mittler zwischen Reiz und Reaktion zur Regelung aller lebenswichtiger Vorgänge
zerebral
das Gehirn betreffend
Zerebralparese,
Cerebralparese
motorische Schwäche ausgelöst durch eine Hirnschädigung
Zischlaute
Laute s, x, z, sch
Zungenbändchen
Frenulum linguale; verbindet die Zunge mit dem Mundboden
Zungenstoß
Vorwärtsbewegung der Zunge beim Schlucken gegen die Zahnreihen; häufig als Ursache von Zahn- und Kieferfehlstellungen
©kurz2001-2009 updated 25.10.2009