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bessersprechen.de
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Neben den bekannten optischen Täuschungen gibt es auch die weniger bekannten akustischen Täuschungen.
Meeresrauschen in der Muschel
Welche Sprache wird hier gesprochen?
Die unendlich steigende Tonleiter - der Shepard-Effekt
Immer nach unten - der Jean-Claude-Risset-Effekt
Ein deutscher Text in einem Stück von Pink Floyd?
Weitere »Verhörer«
Stereophonie
Hören mit den Augen: der McGurk-Effekt
Sprechen oder Singen?
Phantomwörter
Tinnitus
Die wohl bekannteste akustische Täuschung ist das Rauschen des Meeres in der Muschel: Wenn man das Ohr an eine große Muschel hält, hört man scheinbar das Meer rauschen.
Eine hübsche Idee und eine schöne Illusion! Abgesehen davon, dass
es sich bei den Objekten nicht um Muscheln sondern um Schneckengehäuse handelt, ist das leider eine akustische Täuschung, denn was man in Wahrheit hört, ist
lediglich die Verstärkung ständig vorhandener Umweltgeräusche (Wind,
Wasser, Blätterrauschen, Fahrzeuggeräusche oder technische Geräusche). Der
gleiche Effekt kann mit vielen anderen Hohlkörpern erzielt werden, mit
Konservendosen, Gläsern oder auch mit der hohlen Hand. Einerseits schirmt das
Schneckengehäuse das Ohr von einem Großteil der vorhandenen Umweltgeräusche ab,
so dass nur bestimme Geräusche ans Ohr gelangen. Das Gehirn kann sich nun besser
auf diese konzentrieren. Andererseits werden die Töne, welche im
Resonanzbereich der im Schneckengehäuse enthaltenen Luft (Luftsäule) liegen,
verstärkt und deutlicher hörbar gemacht.
Da die in den Gehäusen enthaltene Luft jeweils eine durch Größe und Form
bestimmte, individuelle und charakteristische Eigenschwingung aufweist,
»produziert« auch jedes Schneckengehäuse sein eigenes individuelles Rauschen.
Hier nun ein sehr interessantes Phänomen:
Bitte hören Sie eine der folgenden Sound-Dateien ab und entscheiden Sie, in welcher Sprache hier gesprochen wird.
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Sound-Datei 1:
Welche Sprache? (*.wav 1.024 KB)
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Sound-Datei 1:
Welche Sprache? (*.mp3 95 KB)
Eine weitere bekannte akustische Täuschung ist die von dem amerikanischen Psychologen R. Shepard angegebene Tonfolge, die dem
Zuhörer eine ständig steigende (oder fallende) Melodie vortäuscht, obwohl
in Wirklichkeit der letzte Ton mit dem ersten identisch ist, so wie hier grafisch umgesetzt. Die Illusion ist unglaublich perfekt und der Effekt ist hörenswert:
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Sound-Datei 2:
Shepard-Tonleiter (*.wav 60 KB)
Das nächste Beispiel ist ebenfalls eine Shepard-Tonleiter und hört sich eigentlich unspektakulär an. Bedenkt man jedoch, dass der letzte Ton wieder auf der gleichen Tonhöhe liegt wie der erste, kann man es kaum glauben, so verblüffend klingt dieses Beispiel.
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Sound-Datei 3:
Shepard-Tonleiter (*.wav 54 KB)
Probieren Sie es selbst:
Singen Sie die Tonreihe mit, dann merken Sie ganz klar, dass die Melodie um eine Oktave ansteigt. Halten Sie jedoch den ersten Ton an, werden Sie feststellen, dass der letzte Ton mit dem von Ihnen angehaltenen ersten identisch ist.
Der kontinuierliche Shepard-Effekt findet sich übrigens auch als Choreinlage ganz am Ende des über 20-minütigen Liedes »Echoes« auf der Pink Floyd LP »Meddle« aus dem Jahre 1971.
Vielen Dank an Atanasios Mitropoulos für diesen Hinweis!
Das Prinzip der akustischen Täuschung ist das gleiche wie beim Sheperd-Effekt, jedoch mit einer ununterbrochenen Tonfolge abwärts - ein noch reizvollerer Effekt. Der Algorithmus, der als Basis diesem Effekt zu Grunde liegt, wurde von Risset entdeckt und entwickelt.
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Sound-Datei 4:
Risset-Effekt (*.wav 60 KB)
Quelle:
die *.wav-Dateien des Sheperd- und Risset-Effektes stammen (mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung - vielen Dank!) von Jochen Leberecht (http://www.neander-regiert.de) nach Beispielen der Acoustical Society of America.

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Ein weiteres Beispiel für akustische Illusionen sind die angeblich geheimen Botschaften auf mancher Schallplatte, wenn diese rückwärts abgespielt werden. Doch davon soll hier nicht die Rede sein.
Einen scheinbar versteckten Text findet man auch auf einer ganz normal abgespielten CD der Musikgruppe Pink Floyd. Diese hat 1979 das Album »The Wall« - in englischer Sprache, versteht sich - aufgenommen. Aber bei genauem Hinhören singt der Kinderchor in dem Stück »Another brick in the
wall« an mehren Stellen scheinbar einen deutschen Text und zwar »Hol ihn, hol ihn unter´s Dach«.
Die genaue Sequenz ist zu hören auf
Pink Floyd: »The Wall«
Track 5: »Another brick in the wall Part II«
Zeitindex: 1:50 bis 2:07
Probieren Sie es einmal selbst aus:
Legen Sie diese CD ein und achten Sie auf den Text!
Haben sich die Musiker hier einen Scherz erlaubt, wollten sie speziell ihren deutschen Fans etwas mitteilen oder ist diese Stelle vielleicht von einem Tontechniker heimlich manipuliert worden?
Quelle: Quarks & Co. (wdr)
Nahezu jeder hat schon einmal ein Lied gehört und einzelne
Passagen desselben »missverstanden«. Das passiert bei Liedern in der eigenen
Sprache (z.B. Katja Ebstein: »Das war der Stern von Mückenloch«) genauso wie bei Liedgut aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum. Da
gab es beispielsweise diese Frau, die bei Rod Stewarts' »Waltzing Mathilda«
immer »God save the children« verstand und stets beim Hören des
Liedes vor Rührung den Tränen nahe war.
Oder auch der Mann, der bei der Textstelle »I believe in miracles« des
Liedes »You sexy Thing« von Hot Chocolate mit schöner Regelmäßigkeit »I believe in Malcolm«
verstand und sich fragte, was dieser Malcolm überhaupt in dem Lied zu suchen hat
und ob er wirklich so »sexy« sei.
A propos »miracle«:
Pat Metheny´s Song »This is not America«, gesungen beispielsweise auch
von David Bowie wurde ebenfalls des öfteren als »This is not a miracle«
wahrgenommen, was ja auch kein Wunder ist ;-)
The Twins sangen in den 80ern vom »Ballet Dancer«, welcher in einigen
Ohren auf wundersame Weise zum »Belly Dancer« mutierte.
Missverstanden anglisiert wurde auch schon Zuccheros»Senza una donna«
als »Sense of Madonna«.
In Herbert Grönemeyers Song »Männer« gibt es ebenfalls einige Stellen, welche
Ohr und Hirn verwirren können:
Männer heben den Arm (Männer nehmen in den Arm)
...
Männer geh´n gern ans Telefon (Männer lügen am Telefon)
...
Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit (Männer bestechen durch
Entgelt und ihre Lässigkeit)
Dem »Agathe Bauer«-Effekt (»I´ve got the power«/Snap) wurden sogar
eigene Hörfunk-Kolumnen eingerichtet.
Zu sehen und zu hören z.B. auf
myvideo.de,
hitradio.de oder
104.6RTL.
Sogar eine ganze
Geschichte wurde bereits daraus gemacht.
Viele weitere wunderbare Beispiele solcher klassischen Verhörer finden sich in
den Büchern von Axel Hacke und Michael Sowa: »Der weiße Neger Wumbaba«
und »Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück«.


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Hier noch ein Linktipp mit Hörbeispielen von Antenne Bayern:
http://www.antenne.de/antenne/onair/aktionen/songverhoerer.php
... und wer des Englischen mächtig ist, hat auf dieser Webseite, die sich nur
mit solchen »Verhörern« befasst, eine Menge zu entdecken:
http://www.kissthisguy.com/
Der Umgang mit mp3-Playern und iPods, aber auch mit mehr oder weniger teueren
Stereoanlagen zu Hause ist für uns so alltäglich, dass wir im allgemeinen keinen
Gedanken daran verschwenden, mit welcher akustischen Illusion wir es bei der
Stereophonie zu tun haben. Dabei werden so genannte Phantomschallquellen
erzeugt.
Unter Ausnutzung der Tatsache, dass der Mensch mit zwei Ohren hört und sein
Gehirn aus dem vorgegebenen akustischen Signal der Stereo-Lautsprecher den Ort
des Ursprungssignals rekonstruieren kann, ist es möglich, mit nur zwei Kanälen
einen räumlichen Klang zu erzielen. Durch Vergrößerung der Basisbreiten entsteht
der Eindruck, der Schall käme von außerhalb des Aufstellungsbereiches der
Lautsprecher. Durch eine Erhöhung der Anzahl der Kanäle kann der Stereoeindruck
verbessert werden, unter anderem durch die damit einhergehende Vergrößerung des
so genannten »Sweet Spots« d.h. des Standortes, an dem der optimale
Umgebungsklang gehört wird. Die Weiterentwicklung dieser akustischen Illusion kennen wir alle als
3D-Sound oder »Surround-Effekt«.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie
Die folgende akustisch-räumliche Erfahrung sollten Sie unbedingt mit
aufgesetztem Kopfhörer erleben:
Hören Sie sich den
virtuellen Haarschnitt an!
Während ihrer Forschungen über die Wahrnehmung bei Kleinkindern entdeckte der Entwicklungspsychologe Harry McGurk zusammen mit seinen Mitarbeitern an der University of Surrey bei Guildford Mitte der 1970er Jahre zufällig einen höchst interessanten Effekt, welcher in der Interaktion von gleichzeitiger auditiver und visueller Information bei der Wahrnehmung gesprochener Sprache beobachtet werden konnte.
Wenn Sie diesen Effekt selbst erleben möchten, lesen Sie jetzt bitte nicht weiter sondern sehen sich zunächst Ranga Yogeshwar von Quarks & Co im folgenden Videobeispiel an. Danach lassen Sie diese Aufnahme noch einmal ablaufen, schließen aber dabei die Augen, so dass Sie nur die akustischen Reize empfangen.
Video: Ranga Yogeshwar präsentiert den Mc-Gurk Effekt (Quarks & Co)
Mit der großen Wahrscheinlichkeit von 98% haben Sie beim ersten Mal (Sehen UND Hören) Ranga Yogeshwar »da-da« sagen hören, beim zweiten Mal (nur Hören) aber »ba-ba«. Tatsächlich zeigt die Videoaufnahme - schauen Sie sie ruhig noch einmal ohne Ton an - den Moderator der Sendung, wie er »ga-ga« sagt. Die dazu gehörende Tonspur wurde manipuliert und zeitgenau durch eine Audioaufnahme mit »ba-ba« ersetzt. Sie erlebten die Beeinflussung der Wahrnehmung eines akustischen Sprachsignals durch die gleichzeitige Beobachtung einer Lippenbewegung bzw. unbewusstes Lippenlesen. McGurk schloss daraus, dass bei der Sprachverarbeitung auch Signale anderer Sinnesmodalitäten für das Sprachverstehen genutzt werden. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Lippenbewegung und Lauten geben muss. Aufgrund dessen beeinflusst die visuelle Information der Lippenbewegung die zentrale Verarbeitung der gehörten Phoneme (Spracheinheiten). Liegen - wie bei diesem Beispiel - widersprüchliche Sinneseindrücke vor, kombiniert und korrigiert unser Sprachzentrum diese Informationen und setzt sie zu einem neuen (und für das Gehirn plausiblen) Eindruck zusammen.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie
Quelle: Quarks & Co. (wdr)
Hier noch einmal
ein anderes schönes Beispiel mit (leider nur englischer) Erklärung.
Diana Deutsch, eine englische Psychologin, die in San Diego lehrt, erforscht u.a. die Wahrnehmung und das Gedächtnis für Klänge, und Musik. Bekannt wurde sie durch Veröffentlichungen über akustische Täuschungen und Paradoxien. Ihre Webseite http://philomel.com ist einen Besuch wert. Von ihr stammen die beiden nächsten Beispiele akustischer Illusionen.
Um den Effekt voll auszukosten, soll jetzt gar nicht viel verraten werden.
Clicken Sie auf den
hier angegebenen Link und danach auf »Track22«. Sie hören eine kurze
englisch gesprochene Erklärung. Der Mittelteil dieser Erklärung wird danach
mehrere Male wiederholt. Achten Sie einmal darauf, was dann passiert. Ganz
interessant wird es, wenn Sie danach nochmals den kompletten Titel »Track 22« abspielen.
Wie hört sich die gesprochene Erklärung plötzlich an?
Im zweiten Beispiel gibt Diana Deutsch uns ein gleichmäßig wiederholtes
akustisches Ereignis vor und unser Gehirn ist sofort bereit, in diesem Geräusch
Worte zu entdecken, die dem Rhythmus angepasst zu sein scheinen, jedoch objektiv
überhaupt nicht da sind. Probieren Sie es aus, welches Wort/welche Wörter hören
Sie? Wichtig ist dabei, dass das Geräusch über externe Stereolautsprecher, die
möglichst weit auseinander aufgestellt sind, gehört wird. Clicken Sie zunächst
auf
»Play
Deutsch's Phantom Word example«
und lesen Sie erst danach die Beschreibung auf Dianas Seite, um durch die dort
aufgeführten Wörter, welche von anderen gehört wurden, nicht beeinflusst zu
werden.
Diana Deutsch hat zwei CDs mit zahlreichen interessanten akustischen Phänomenen herausgebracht (»Phantom Words and Other Curiosities« 1995 und »Musical Illusions and Paradoxes« 2003), welche Sie bei Interesse direkt bei ihr bestellen können.
Streng genommen, muss auch der Tinnitus zu den akustischen
Täuschungen gezählt werden.
Der Begriff Tinnitus aurium (lat. »das Klingeln der Ohren«) oder kurz Tinnitus bezeichnet ein Syndrom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, die keine äußere für andere Personen wahrnehmbare Quelle besitzen. Im Gegensatz dazu beruht der
»objektive Tinnitus« auf einer von außen wahrnehmbaren oder zumindest messbaren körpereigenen Schallquelle. Objektiver Tinnitus ist allerdings im Vergleich zum subjektiven Tinnitus
sehr selten. Der Tinnitus ist eine akustische Wahrnehmung, die zusätzlich zum Schall, der auf das Ohr wirkt, wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmung beruht auf einer Störung der Hörfunktion. Der Höreindruck des Tinnitus hat also nichts mit dem Schall in der Umgebung des Patienten zu tun. Die Art der scheinbaren Geräusche ist sehr vielfältig. Man fasst unter anderem folgende akustische Eindrücke unter dem Begriff Tinnitus zusammen:
Das Geräusch kann in seiner Intensität gleichbleibend sein, es kann jedoch auch einen rhythmisch-pulsierenden Charakter haben. Es gibt nicht immer ein reales Geräusch, das denselben Höreindruck wie der Tinnitus verursacht. Auch sollte man Tinnitus deutlich von akustischen Halluzinationen (z.B. bei Psychosen) abgrenzen.
stark gekürzt, aus
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©kurz2001-2012 updated 06.05.2012
